Archive for February, 2005

WVE 1: Kürbis, Plantain, Yams mit Callaloo

Sunday, February 27th, 2005

Was Vegetarier Essen Teil 1

Im ersten Teil unserer Serie “Was Vegetarier Essen” gibt es Callaloo mit Reis, dazu fritierten Yams, Kürbis und Plantain (bei uns auch “Kochbanane” genannt); mit Tomatenscheiben als Garnierung (abgeschmeckt mit einem scharfen Green Pepper Seasoning).
Callaloo ist ein wichtiges Basisgemüse in der Karibik, das aus den Blättern von Dasheen gemacht wird. In der Trini-Variante sind noch Okra und Bonnett-Peppers mit drin. Zu Callaloo wird es hier sicherlich bald einen eigenen Artikel zu geben.

Kannibalen auf die Leinwand

Saturday, February 26th, 2005

Wer sich auf Hollywood einläßt, weiß in aller Regel, daß die Film-Hauptstadt der westlichen Hemisphäre eher für Vorurteil und Stigmatisierung denn für Aufklärung und Dokumentation steht. Diese Erfahrung machten auch die Kariben auf der Karibik-Insel Dominica. Laut verschiedenen Interviews des Chief Williams (u.a. auf bbccaribbean.com) wird demnächst auf dominicanischen Gebiet eine Episode zum Film “Pirates of the Caribbean” gedreht werden, in dem die Amerindianer mitspielen. Allerdings soll die Szene laut Produzenten eine “starke kannibalistische Prägung” haben. So möchten sich die Caribs natürlich nicht dargestellt sehen, zumal man seit Jahr und Tag gegen das Stigma des Kannibalen kämpft, das sich seit den Berichten der ersten christlichen Missionaren in kolumbianischer Zeit in den Köpfen der Menschen spukt. Wissenschaftliche Hinweise darauf gibt es bis dato keine.

Nunja, man kann sich wie in vergangenen Jahrzehnten mit authentisch gesichtsgefärbten us-amerikanischen Schauspielern behelfen – die waren schließlich auch die besseren letzten Apachen.

Grenada – Land des Haemmerns

Wednesday, February 16th, 2005

Grenada leidet nach wie vor unter dem Herbst-Hurricane Ivan (siehe weiter unten in diesem Blog). Dem Besucher bietet sich ein erschreckendes Bild: Fast 5 Monate nach der Katastrophe liegt das Land noch im Koma. Wichtige Infrastruktur ist noch Ruine. Zwar sind alle Strassen in gutem Zustand, dafuer sind ein Grossteil der Gebaeude noch stark beschaedigt. Nur ein Bruchteil der Schulen sind offen. Hotels und Strandanlagen, die wichtige Devisen bringen, sind nur noch Gerippe. Die historische Altstadt von St. George mit kolonialer Architektur hat ebenfalls sehr gelitten.
Mancher konnte sein Heim wieder neu errichten oder das Dach neu decken, viele aber geben sich einer fatalen Lethargie hin. Ob es der Alkohol oder fehlende Geldmittel sind, blieben viele Wohnhaeuser ohne Dach. Dass die momentane Regierung faehig fuer ein umfassendes Krisenmanagement ist, darf bezweifelt werden, wurden doch schon vor Ivan Korruptionsvorwuerfe an die Regierung getragen.
Internationale Geldmittel sind zwar geflossen, aber man muss es wohl so sagen: nach Ivan wurde Grenada mindestens genauso hart vom Tsunami in Asien getroffen – saemtliche Gelder und Aufmerksamkeit ist schlagartig vom Inselstaat abgezogen.

Carnival 2005 done!

Wednesday, February 16th, 2005

Wieder ging ein Carnival auf Trinidad zuende. Zeit fuer ein kurzes Fazit:
Wettbewerbe bieten immernoch genug Material fuer Spekulationsvorwuerfe. Da ist schonmal der Sponsor des Gewinners auch der Sponsor der Veranstaltung (gesehen beim Soca Monarch, Bunji Garlin).
Obwohl laut Tourismusminister dieser Carnival einen neuen Besucherrekord aufstellte, bleibt man auf den Soca Fetes und Calypso-Tents alleine mit den Locals. Massen von us-amerikanischen Touristen sieht man dagegeben an den Bikini-Mas – Tagen Montag und Dienstag.
Dieses Jahr ist zum ersten Mal der Anteil an “richtigen” Ganzkoerper-Kostuemen deutlich gestiegen (wie z.B. die Downtown Gewinner-Gruppe “The Washing”), bleibt der Carnival Montag und Dienstag immer noch synonym mit eitlem Tourivolk in wenig Stoff.
Calypso Monarch ist wieder Chalkdust, der ueber mangelnde Konkurrenz klagt und nach den Legenden Sparrow, Black Stalin und Rudder ruft. Zwar wird schon in den Schulen Carnival unterrichtet, mit Nachwuchs fuer Calypsonians scheint es allerdings nicht so weit gediehen zu sein.