Archive for November, 2004

Parang ist zurück

Friday, November 26th, 2004

Jedes Jahr wirds Weihnachten, und, so scheints, jedes Jahr früher. In Trinidad ist jedoch Mitte November die Weihnachtssaison schon schwer am Kochen. Denn ab September ist Parang – Zeit. Parang ist die Weihnachtsmusik auf Trinidad und musikalisch auf den ersten Blick recht untypisch. Spanisches Liedgut und Instrumentierung meets karibischen Schwung. Ob von den Spaniern vor mehreren Jahrhunderten mitgebracht oder auch nur via Venezuela eingeführt, dürfte egal sein. Eins ist sicher: Parang rockt den Weihnachtsbaum.
Diesmal gibts bei Calypsobloggen keinen Tune, dies ist schon nebenan geschehen. Deshalb ausnahmsweise was für die Tasse:

Punch Ponche a Crema
6 Eier, 1 Tasse Zucker, 1 1/4 Tasse Milch, 1/2 Tasse Cognac, 1/2 Tasse braunen Rum, 1 TL Vanillearoma, Angostura , 1 1/4 TL Muskat, geriebene Orange und Zitronenschale.
Eigelb schaumig schlagen mit restlichen Zutaten vermischen.

Einen schönen Artikel über Parang findet sich bei visittnt.de.

Yo! Fette Jahre Kebab Connection Status

Thursday, November 25th, 2004

Ich hatte die Gelegenheit, auf dem Filmfest Lünen mir mehrere aktuelle deutsche Filmproduktionen anzusehen. Beginnen wir mit dem vielfach in der Presse gelobten Die fetten Jahre sind vorbei. Dieser spielt in Berlin unter Endzwanzigern, die allerdings noch vergessene Vertreter der vor 10 Jahren präsenten Generation X zu sein scheinen. In Kreuzberg mögen die Uhren ja still stehen, aber darüber gabs schon einen Film, und ein Bekenntnis zu einem bestimmten Kiez findet man eh nicht. Im Finale kommt es zur Gegenüberstellung mit einem Alt-Achtundsechziger, die nicht besonders spannend, sondern ermüdend ist. Filmerisch und schauspielerisch kann man über den Streifen nur Positives sagen, jedoch hat der eine oder andere Dialog mir die Nackenhaare zu Berge stehen lassen. Vom zähen Mittelteil, der so funky ist wie ein Derrick, wollen wir besser nicht reden. Schöner Film für die Generation Feuilletonredakteure.

Selbe Stadt, wieder Endzwanziger: Regisseur Till Hastreiter begleitet in Status Yo eine Gruppe junger Erwachsener, die sich im für diese Generation typischen Berlin-Style durchs Leben schlägt. Protagonisten sind also keine Schauspieler, sondern jeder spielt sich mehr oder weniger selbst. Von dieser Authenzität lebt der Film und macht ihn so unglaublich lebendig. Man hat allerdings den Eindruck, daß zuviel Drama und Inhalt in den Film geraten ist. Trotzdem bleibt Status Yo ein großartiger Film, ein jetzt schon klassischer HipHop Movie und natürlich der beste aktuelle Berlin-Film. Großes Kino eben.

Auch die Kebab Connection spielt in dieser Altersgruppe, allerdings im Hamburger Schanzenviertel. Dieser Film ist nicht rauh oder schnell wie Status Yo, nicht pseudopolitisch wie Die fetten Jahre, sondern purer Slapstick. Herhalten für die Pointen müssen deutsch-türkische Stereotypen, die direkt und ohne Umwege angesteuert werden. Trotz aller humoresken Offensichtlichkeit bleibt der Film sehr lustig, und wer einfach zum Lachen ins Kino will, ist hier goldrichtig. Mehr darf man von diesem Film nicht erwarten. Trotzdem: unbedingt anschauen!

Best of Backstage

Sunday, November 14th, 2004

Eigentlich wurde dieses Blog ja als Tourtagebuch gegründet. Nur: in lichten Momenten sieht der Blog-Autor das mit seinem Berufsethos der Diskretion konfrontiert. Allerdings hat sich einiges angesammelt an netten Photos aus der Welt der Backstage – Räume, die ich nicht unter Verschluß halten möchte.
Auf diesem Photo hier zum Beispiel sieht man typisches Touressen: Chips, Chips Paprika, und Käsebaguette. Wobei letzteres eher als lummelige Käse-Sandwiches von der Tankstelle auftauchen.
Mehr davon entweder im flickr Photostream oder auf der nächsten Seite. Es sei auch nochmal auf die Tour Gallery unterwegsigkeit till infinity hingewiesen.
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Zum 90. Geburtstag von Basil Davidson

Thursday, November 11th, 2004

Gestern gratulierte die FAZ dem Journalisten und Afrikawissenschaftler Basil Davidson zum neunzigsten Geburtstag. Leider ist der Artikel schon wieder hinter dem Vorhang zur Offline-Welt verschwunden, was schade ist, da es wenig Informationen über Davidson im Internet zu geben scheint. Besonders, weil Basil Davidson als einer der einflußreichsten Afrika – Geschichtswissenschaftler gelten darf. (more…)

Der Feuerfuchs speit!

Wednesday, November 10th, 2004

Wer kennt sie nicht? PC-Benutzer, die hartnäckig und brav mit dem vom Monopolisten vorinstallierten schweizer Käse surfen. Die, wenn man sie darauf hinweist, daß sie sich und andere vorsätzlich gefährden, konsequent weghören. Zwar kennen sie sich super aus mit Internet und so, selbstredend, aber daß sie zum Relayserver für Wurmlieferanten geworden sind, nein, das wußten sie irgendwie nicht. Und so ein bißchen Schnüffelsoftware hat noch niemand geschadet, ham ja nüscht zu verbergen, wa.
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Gee dem a goal!

Monday, November 8th, 2004

Der FIFA Football World Cup 2006 rückt näher, und die Teams befinden sich in der Runde 2 der Qualifikation. In der Zone N./Z. Amerika- und Karibik (concacaf) behauptet sich das Team von Trinidad & Tobago, auch die “Soca Warriors” genannt, in der Gruppe 3 hinter Mexiko. Unterstützung gibt es jetzt von dem Soca-Sänger Ronnie Mcintosh mit dem Tune “Deutschland”. Mit viel Glück sehen wir ein Spiel Reggae Boys (JAM) vs Soca Warriors (T&T), dann könnten wir mit Ronnie Mcintosh singen: “Soca Warriors – gee dem a goal, shoot dem inna di hole” [via de cooler]

Privatsphäre vs Stasi-Väterlichkeits-Duktus

Sunday, November 7th, 2004

Über die schleichende Erosion der Privatsphäre ist schon viel, aber lange nicht ausreichend berichtet worden. Aktuell findet sich bei Usability Inside einen zusammenfassenden Artikel über die Thematik und Möglichkeiten, wie man auf Internetebene seine Privatsphäre schützen kann. Neben den angesprochenen Themen Email und Messaging sei noch von meiner Seite auf Skype – Internettelefonie hingewiesen, wo man verschlüsselte (128bit) Gespräche führen kann. Auch im IM – Netz Trillian ist man durch einen 128bit – Schlüssen geschützt.

Wifi in europäischen Hotels

Thursday, November 4th, 2004

Wüsten und Ödnisse Teil 1. Industrien, die nach “Killerapplikationen” suchen, genau diese aber durch Preispolitik zerstören. Beispiele dafür gibts ausreichend, aber aktuell in US-Blogs: Fehlendes oder völlig überteuertes WLAN in Hotels:

Europe is full of hotels that offer wireless at between $30 and $50 a day, and require you to go to the front desk and buy a scratch-off card in order to get a login for the service, and are often sold out of the cards. Jesus, Euro-hotel-WiFi just sucks for the most part. (via BoingBoing)

Ganz ehrlich – 10 Eur für mal kurz Emails checken ist schlechter Witz. Ganz egal, ob man in der Lobby eine pre-paid Karte kaufen muß oder über Kreditkarte bezahlt. Gerade in Deutschland verweist man in 3-Sterne – und mehr “Business” – Hotels auf die Telefonbuchse in der Wand. Im Ausland ist es zum Teil besser, in Österreich schon öfter kostenlos unterwegs gewesen, oder für eine kleine Freischaltungsgebühr in Skandinavien. Bei Zimmerpreisen von 200 oder 300 EUR erwarte ich ein funktionierendes WLAN zu sinnvollen Preisen – oder man schimpfe sich bitte nicht “Businesshotel”.

Nachlese US Wahl

Thursday, November 4th, 2004

Eine Presseschau zur Wahl und ein Fazit:

Die USA sind in der Wahlnacht ansatzweise in den Kreis der entwickelten Staaten zurückgekehrt – schon deshalb, weil sie in der Lage waren, die Stimmen ordentlich auszuzählen. Immerhin also: Ein Anfang ist gemacht. (via Netzzeitung)

Wobei man sich da bei den internationalen Wahlbeobachtern (oder besser: Beta-Test – Beobachter) der OSZE überhaupt nicht sicher ist – im Gegenteil wird von massiven Behinderungen berichtet. Der Abschlußreport steht noch aus. Genauso wie eine Koalition der Willigen gegen religiös-fundamentale Regime. Oder freundlicher bei Joi Ito:

It’s a sad day, but in a democracy, you get the politicians you deserve/vote for. [..] Many people didn’t equate the US policies with the people of America. We thought they had made a mistake. Now US policies = US Citizens.

Während man beim Blick über die US-Blogosphäre den Eindruck erhält, als würden dort die Waffen begraben, denkt man anderweitig über Repatriierung (Heim nach Frankfreich, Mexiko, Karibik) nach. Wir halten auch gerne ein Plätzchen in Berlin bereit, wo es sich bei gepflegter apokalyptischer Atmosphäre gut mal vier Jährchen aushalten läßt.

Photoalbum: Restaurants in Japan

Wednesday, November 3rd, 2004

Mit einer halbjährigen Verzögerung ist endlich ein erster Schwung Photos meines Japan-Trips online. Das ganze Album zum Thema Restaurants, Essenstände, Nudelküchen und Plastikessen kann man hier ansehen. Die Photos wurden in Tokyo, Kamakura, Kyoto, Osaka, Yokohama und auch Hong Kong aufgenommen. Oishikata!