Archive for August, 2004

Notting Hill Carnival ruft!

Friday, August 27th, 2004

Dieses lange Wochenende steht ganz im Zeichen des Notting Hill Carnivals in London, dem größten karibischen Carnival in unseren Breitengraden. Zwar muß ich auf das Soca-Konzert der Extraklasse (zumindest für europäische Verhältnisse) verzichten, für genügend Programm bis Dienstag ist aber sicherlich gesorgt. Anwesend sein wird nicht nur Teile der dancehallmusic.de – Posse und die komplette Faluma – Crew, sondern auch meine beiden Blog-Nachbarn. Falls jemand an einen Rechner kommt, wird es sicherlich auf de cooler was zu lesen geben.

noch mehr fru’gal dada

Friday, August 27th, 2004

Es gibt Leute, die gerne vor den Spy-Funktionen ihrer CMS oder Shopsoftware sitzen und die lustigen Bewegungen der User verfolgen. Zwar kann kann ich mich nicht dazu zählen, jedoch übt die Froogle – “Recent searches ” eine gelegentliche Faszination auf mich aus. Nicht nur wegen der schönen Wortkombinationen (btw. wann kommt ein deutsches Froogle?), sondern auch wegen der Wirkung auf Suchmaschinen. Deshalb nach dem Teil 1 nun die Fortsetzung, aufgenommen heute, 10.36 Uhr.

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hawaiian shir,t star wars legos, potassium iodide,
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Demnächst auf diesem Blog: Bahamadia

Wednesday, August 25th, 2004

Es ist wieder soweit: meine nächste Tour durch Europa steht an. Mit Bahamadia (Philly) kommt wieder eine Ausnahmekünstlerin ins Land. Dem einen oder anderen dürfte noch die Tour von 2002 in guter Erinnerung sein (Photos siehe in der unterwegsigkeit (till infitity) Gallerie). Zwar sind seit dem letzten Album (BB Queen, Goodvibe Records) auch knappe 4 Jährchen ins Land gezogen, umso größer ist dafür die Vorfreude auf neues Material.
Als Support dabei sind diesmal Kev Brown und Dj Roddyrod.

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Herero

Sunday, August 15th, 2004

In diesem Zusammenhang soll nochmal auf den historischen Roman “Herero” hingewiesen werden. Zwar wurde das Buch in fast jeder größeren Tageszeitung feuilletonistisch bedacht (kleiner Überblick beim Perlentaucher), trotzdem ist es mir eine weitere Erwähnung wert. In einem recht spannenden und dank gründlicher Recherchen sehr detailiert beschreibenen Roman kann man sich ein recht gute Vorstellung der Zeit machen. Der eigentlich als Landvermesser nach Deutsch-Südwest gekommene Carl Ettmann wird dort gleich in die Armee eingezogen, um gegen die Herero – Aufstände eingesetzt zu werden. So wird man mit den Augen Ettmanns in die frühe Phase der Kolonie und des Aufstandes, der im Genozid mündete, geführt. Zwar entwickelt Ettmann ein bemerkenswert modernes Verständnis für die Hereros, was aber nicht weiter stöhrend wirkt. Während Ton und Stil zeitweise positiv an Karl Mays Wildwest-Geschichten erinneren (durchaus von Seyfried gewollt, vergleicht er die Nama an mehreren Stellen mit Indianern), sind die Figuren eher cartoonesk gezeichnet. Das macht aber kaum was, schließlich erwartet man mit “Herero” kein Entwicklungsroman, sondern will in die Wirren und Widersprüche der Kolonie Südwest eintauchen. Prädikat “äußerst unterhaltsam”.
Eichborn Berlin Verlag, Berlin 2003

Artikel zur Waterberg-Schlacht

Thursday, August 12th, 2004

Der 100. Jahrestag des Völkermords in Deutsch-Südwest durch die deutschen Truppen hat in den Medien ein breites Echo gefunden. So bekommt dieses Verbrechen endlich etwas vom Aufmerksamkeitskuchen. Leider ist das noch nicht richtig in die Politik gedrungen – die längst überfällige Entschuldigung läßt nach wie vor auf sich warten. Während der Holocaust längst in den Feuilletons und Büchern totdiskutiert wurde, sind die Herero und Nama “nur” Afrikaner und somit kein Topic in Deutschland. Auch auf dem wissenschaftlichen Sektor findet man nur wenig Veröffentlichungen.

“Irgendwo hat das neue Berlin vor lauter Furcht vor juristischen Folgen die menschliche und die Ebene der politischen Ethik in dieser Frage verkannt.” (AZ Namibia)

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Rechtschreibung

Sunday, August 8th, 2004

Eine Posse nähert sich wieder einem vorläufigen Höhepunkt. Die schreibende Zunft widersetzt sich mehr und mehr den braven Beamten von der nirgendwo legitimierten Kommission für die Rechtschreibreform, nachdem diese sich als diskussionsunwillig und wenig selbstkritisch erwiesen hatte und es aktuell noch tut. Unschuldige (in dem Fall die Schüler) werden als träge Geiselmasse in Richtung Reform gespielt, ein Machtspielchen, das eher die eigene Denkmalsetzung im Blickfeld hat als die immer wieder zitierte Klientel.

Was macht man jetzt mit der Reform? Das Problem ist, das ein Teil sehr gelungen ist, ein anderer Teil Krampf mit Soße (!) und wieder ein Teil eitler Schnickschnack. Andere Dinge fehlen völlig. Erschwerend kommt hinzu, dass es kaum eine verlässliche Instanz gibt, je nach Verlag und Auflage unterscheiden sich die Wörterbücher erheblich, so dass man schon von Anarchie sprechen kann.

Krampf sicherlich die Getrennt- bzw Zusammenschreibung, deren Sinnverfälschungen und Unklarheit schon ausreichend durchdiskutiert wurde. Mal davon abgesehen hat es nicht wirklich zu einer Regelklarheit gefährt. Bspw. werden Verbindungen mit dem Partizip grundsätzlich getrennt geschrieben (blendend weiß;, gestochen scharf), jedoch mit dem Sonderfall bei Partizip I plus Fugen -s, also bewußtseinserweiternd. Anderes Beispiel: wehtun – Leid tun.
Die neue Groß/Kleinschreibung ist so unlogisch wie vorher, bleibt sich also gleich. Schnickschnack ist der Delfin oder das Niwoh, das könnte man dem Benutzer offen lassen, ohne jemanden weh zu tun. Man hätte sich jedoch beim Eindeutschwahn eine klare Regelung zur Zusammensetzung bei insb. englischsprachigen Begriffen gewünscht, die ja in modernen Texten an jede Ecke lauern. Mal schreibt man es halt zusammen, mal mit Bindestrich mal getrennt..
Unter eitlen Schnickschnack würde ich auch die neuen Trennungsregeln verbuchen, die zwar so mehr Sinn machen, aber meiner Ansicht nach nicht den wirklichen Handlungsbedarf hatten.
Vorteilhaft ist die Regelung für ss/ß und die Kommasetzung, die wenig brauchbarer Sonderfälle beraubt wurde.

Der Weg von FAZ, Spiegel und Springer Verlag ist ein deutlicher Protest gegen die Politik der “zwischenstaatlichen” Kommission und ihrer Unfähigkeit, elementare Fehler auszubessern. Ob dieser Schritt zurück wirklich hilfreich ist, wird sich noch zeigen. Ich begrüße ausdrücklich die alte Schreibweise im Feuilleton, wo die zwischenstaatliche Rechtschreibung nur frösteln lässt . Für Medien mit Hang zu kurzen Sätzen dagegen dürfte es kaum ein Unterschied machen.
Insofern bleibt die Hoffnung, dass sich im Wirrwarr diejenigen Schreibweisen herauskristallisieren, die sich als vernünftig und praktikabel erweisen. Dann kann der gute Duden in 10-15 Jahren wieder das in sein Buch aufnehmen, was sich durchgesetzt hat.
Nur eins wird hier kompromisslos immer bleiben: der Alptraum (oder ist der Alp Schwabe?).

downgrade

Tuesday, August 3rd, 2004

Downgrading oder Downsizing als neues Lebensgefühl hat auch Köln erreicht. Hier hat Chatkollege phanthomas im heroischen Selbstversuch, bekennender Appleton Trinker versucht, die vier wichtigsten Lebenselexiere zu vereinen: Rum, Wasser, Vitamine und Geiz. Heraus kommt fröhlich sprudelndes Lifestylegetränk:

Multivitamin Rum

Eiskrem japanisch

Tuesday, August 3rd, 2004

Quirky feature in Japan’s Mainichi Daily about ice cream flavors popular with Japanese consumers. Move aside, rocky road — make way for lettuce-potato, tulip, horseflesh (“with meaty chunks,” shown here at left), and cherry blossom. [via BoingBoing]

Eins wollte ich noch anmerken:
Green Tea Tofu Red Bean Ice Cream
Japanische Süß;speisen sind unserer Küche hier mindestens ebenbürdig. Aber ein Revolverblatt schreibt, wenn auch mit humoristischen Unterton, lieber über Exotisches über Asiaten – paßt auch besser, denn wer den Fisch roh isst, der mag auch Eis mit Pferdefleischgeschmack.
Im Bild übrigens eines meiner Lieblingsdeserts, leider nicht mit Sakura – Flavor aka cherry blossom, sondern Tofucreme, Grünteeglibber, Grüntee-Kuchen, Rote-Bohnen-Pampe und Grüntee-Eis. So erhältlich im Tofu-Cafe auf Roppongi Hills, Tokyo. Die unendliche Welt der handgemachten Süßspeisen haben wir noch gar nicht betreten.. (.. wird fortgesetzt).