Trinidad on Fire

Was ist los in Trinidad? Eine Serie von Bombenanschlägen überzieht das Land. Wochendlich liest man von Kidnappings. Und der Mord Death Count liegt schon über 300 dieses Jahr (momentan bei 310).

Letztes Wochenende gingen über 10000 Menschen zum Death March auf die Straße, um gegen die neue Quantität der Gewalt zu protestieren. Im Laufe der Woche danach detoniert Bombe #5 in der Henry Street in der Innenstadt. Mittlerweile ist auch schon das US-amerikanische FBI zu Ermittlungen eingetroffen.

Nun muß man verschiedene Faktoren trennen. Die Bombenserie scheint zum Großteil von einer Person/Organisation zu stammen (“Mr. Big“) und man hat auch schon eine Ahnung, wer das sein könnte. Diese Ahnung soll jetzt mit den FBI Untersuchungen evident gemacht werden. Ein Schelm, wer dabei an Abu Bakr und die Jamaat al Muslimeen denkt, eine islamistische Gruppierung, die 1990 für einen 3-Tage-Putsch verantwortlich war. Dieser wurde auch schon verhört, wobei er Hilfe bei den Ermittlungen zusicherte. Bomben aus dem Umfeld dürften also eher politisch-religiös motiviert sein.

Denkbar ist auch ein Hintergrund im Drogengeschäft. Die hohe Mordrate und die breite Verfügbarkeit von Waffen deuten darauf hin, dass der Koks- und Crackhandel mit voller Wucht in Trinidad angekommen ist und die Verteilungskämpfe erbittert geführt werden.

Unter Folgekriminalität im Koksumfeld dürften dann auch die Entführungen zu verbuchen sein, die zu einem einträglichen Geschäft geworden zu sein scheinen.

Wie die Analyse im Detail auch ausfällt, es liegt eine Angst über Port-of-Spain, die für den Carnival 2006 sicherlich nicht förderlich ist. So sind auch die aktuellen verstärkten Bemühungen zu sehen, dass das Bombenproblem bis zum Frühjahr gelöst wird. Tatsache ist die lange Untätigkeit der Regierung, die jetzt gegen die etablierten kriminellen Strukturen machtlos ist.

Trinidad

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