Gedrehtes und Gehacktes

Mal wieder Futter für Liebhaber besonderen Liedguts:
Einen Riesenhype im Süden der USA, besonders in Houston oder Memphis, erfahren sog. Screwed and Chopped CDs. Dieser Begriff orientiert sich an einer von dem Houstoner DJ Screw erfundenen Remixtechnik, der meist lokale HipHop-Künstler unterzogen werden. Dabei wird die Musik im Tempo verlangsamt (screwed) und mit Effekten versehen. Chopped wird die Musik durch eine alte DJ – Technik: parallel läuft der selbe Tune leicht versetzt, so daß durch hin- und hercutten eine Art Delay erzielt wird.
Mit dieser Technik werden sämtliche Alben geremixt und als Screwed and Chopped – Version verkauft. Diese so bearbeiteten Alben erfreuen sich ähnlicher Beliebtheit wie die Original-Alben, so daß ein Künstler sein Album 2x verkaufen kann.

Worin genau die Faszination dieser Musik liegt, konnte ich nicht wirklich nachvollziehen. Sicherlich ist es ein nicht uninteressantes Klanguniversum, denn bei dieser stark verlangsamten Musik hört man doch einiges heraus, das man bei normalem Pitch überhört. Allerdings an den “Gesang” kann ich mich kaum gewöhnen, auch wenn Fans behaupten, daß mancher Rapper screwed besser klänge als regulär.

Experten dieser Musik beschwören auch, daß man die CDs nur in dachfreien und mit additional Hydraulik versehenen Straßenkreuzer geniesen sollte, gepaart mit selbstgebauten Downern aus Muttis Medizinschrank.

[Hörbeispiel 0.5 MB]
Mehr Beispiele mit Gegenüberstellung zum Original finden sich auf screwlab.com

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