Heisse Luft

Momentan tagt in Paris der Kongress LesBlogs, der natürlich auch in der Blogosphäre starken Widerhall findet. Bemerkenswert ist ein Vortrag des Jochen Wegner

  • Es gebe nicht ein einziges wirkliches “Impact-Blog”,
  • keine ernsthaft betriebenen professionellen Blogs
  • und sehr wenig qualitative Blogs.
  • Ferner seien die Eliten in Deutschland technologiefeindlich,
  • die Menschen würden sich sehr an Reputation orientieren,
  • in Deutschland existiere keine Kultur der Rhetorik,
  • und schließlich gebe es kein öffentliches Verständnis für Blogs oder wenigstens für die Idee des “Freedom of Speech”

Man mag noch anfügen, daß es in Deutschland leider keine echte Schreibkultur gibt bzw. sich sprachlich ungünstig entwickelt hat (SMS etc.). Außerdem mag die Rechtsunsicherheit (Stichwort “Freedom4Links”, Abmahnwelle) manchen davon abhalten, (politische) Blogs zu betreiben.

Während die Redner aus anderen Nationen den Einsatz von Blogsoftware und Wiki im Unternehmensintranet loben, hört man von deutschen Unternehmen leider wenig über ähnliche Anwendungen. Sicherlich mag man einwenden, daß die Belange von Unternehmensintranets kaum im Internet diskutiert werden. Jedoch ist es gerade eine Eigenschaft der Blogosphäre, solche Dinge zu kommunizieren. Ein Kommentar im heise-Forum spricht von “heisser Luft” aus Präsentationssoftware. Bis es Beispiele für erfolgreiche Anwendungen von Blogsoftware in deutschen Unternehmen gibt, bleibt dieser Vorwurf erstmal bestehen.

Interessant ist, daß “Eliten” eindeutig als Wirtschafteliten verstanden wird. Dagegen wünscht man sich besonders von “Kultureliten” oder “Politikeliten” brauchbare Blogs.
[via heise]

Comments are closed.