Kannibalen auf die Leinwand

Wer sich auf Hollywood einläßt, weiß in aller Regel, daß die Film-Hauptstadt der westlichen Hemisphäre eher für Vorurteil und Stigmatisierung denn für Aufklärung und Dokumentation steht. Diese Erfahrung machten auch die Kariben auf der Karibik-Insel Dominica. Laut verschiedenen Interviews des Chief Williams (u.a. auf bbccaribbean.com) wird demnächst auf dominicanischen Gebiet eine Episode zum Film “Pirates of the Caribbean” gedreht werden, in dem die Amerindianer mitspielen. Allerdings soll die Szene laut Produzenten eine “starke kannibalistische Prägung” haben. So möchten sich die Caribs natürlich nicht dargestellt sehen, zumal man seit Jahr und Tag gegen das Stigma des Kannibalen kämpft, das sich seit den Berichten der ersten christlichen Missionaren in kolumbianischer Zeit in den Köpfen der Menschen spukt. Wissenschaftliche Hinweise darauf gibt es bis dato keine.

Nunja, man kann sich wie in vergangenen Jahrzehnten mit authentisch gesichtsgefärbten us-amerikanischen Schauspielern behelfen – die waren schließlich auch die besseren letzten Apachen.

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