Grenada wechselt die Fronten

Man erinnere sich an die Zeiten der Hallstein Doktrin: Ein Staat, der damals die DDR anerkannte, konnte nicht gleichzeitig diplomatische Beziehungen mit der BRD haben. Ein Ziel der Politik besonders in den 50ern war es, möglichst viele Staaten auf seine Seite zu ziehen. Das war besonders durch unzählige Staatsgründungen in Afrika ein spannendes Spiel.

Im heutigen Fall von Taiwan (Republik China) und China (Volksrepublik China) ist es ähnlich und doch ganz anders: Mit finanziellen Anreizen versucht China momentan, seine Ein-China-Politik auf diplomatischem Pflaster vorzuführen.
Jüngster Fall ist die Karibik-Insel Grenada, die sich mit Hilfszusagen von beträchtlichem Wert ködern lies. Beispiel dafür ist Dominica, die wenige Monate zuvor das diplomatische Lager gewechselt hat und dafür Entwicklungshilfe im Wert von 112 Mio. US$ erhielt.
Das dürfte für die Hurricane-gebeutelte Gewürzinsel Grenada auch das entscheidente Argument gewesen sein: wichtige Infrastruktur wie das Krankenhaus sind bis heute noch nicht vollständig wiederhergestellt.

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