Die Macht der Freiheit

Die Inauguration des us-amerikanischen Präsidenten erinnert vom optischen Eindruck eher an die römische Antike denn an eine moderne Demokratie. Nun ist man in den USA in diesen Dingen eben nicht geizig – die USA befindet schließlich sich im Krieg, da gelten andere Maßstäbe.
Doch in Verbindung mit der Rede macht das Schauspiel Angst. Nicht, daß es nicht bekannt sei, für was dieser Mann steht. Es ist die unverbindliche Deutlichkeit, mit der ganzen Welt gedroht wird. Die anfängliche Frage der Restwelt, ob die Fahrt in der Außenpolitik jetzt doch eher Richtung Multilateralismus gehen mag, dürfte beantwortet sein.
Mit einer “unverfrohren aggressiven” Rede machte der Texaner deutlich, daß die Freiheit der USA nur gewährleistet sei, wenn die Welt nach us-amerikanischen Gesichtspunkten geordnet ist. Obwohl Bush sehr unkonret blieb, wissen die Adressaten Iran und Nordkorea Bescheid und sehen wohl mit Freude ihrer “Transformation” entgegen. Dank der designierten Außenministerin Rice wissen wir auch, wer sich noch so angesprochen fühlen darf: Cuba, Myanmar, Belarus (Weißrussland) und Zimbabwe. Merke: Rohstoffreichtum und autoritäre oder totalitäre Regierungsform müssen sich nicht ausschließen, es muß lediglich der richtige Mann regieren.

Doch zu wörtlich sollte die Rede auch nicht gelesen werden. Denn der Rethorik folgt alsbald der Pragmatismus. Keine Kriegskasse ist unerschöpflich, das lernen wir aus der Geschichte.
Und noch was: Wie schreibt die Népszabadság so schön? “[..] whatever he ruins, he will ruin it for us too. So it is worth keeping our fingers crossed for him[..]”.

Fotos zum Thema bei Flickr.

inauguration

inauguration

One Response to “Die Macht der Freiheit”

  1. Besim says:

    Kuba wird Dabbelju vermutlich aussitzen, bis sich “das Problem” von allein erledigt. Für gewaltsame Befreiungsaktionen ist Kuba zu nah an den USA und es leben zu viel Exil-Kubaner im Lande, als dass man da direkt am Tellerrand so schmutzige Dinge machen könnte, wie im fernen Irak.

    Immerhin ist aber im Iran bereits die EU diplomatisch am Ball, das macht es für die USA ziemlich kompliziert, einen Krieg als Befreiungsaktion zu verkaufen. Zumal Tony Blair durchaus ein Problem in seinem Lande bekommen dürfte, wenn er in einen zweiten, vom Volk nicht gewollten Krieg ziehen würde.