Mehr Geld für mehr Leid

Momentan überbieten sich ja die Nationen mit Hilfsgelder für die Tsunami-gebeutelten Länder.. Eine Koordination der Hilfe unter den “Geber”-Ländern gibt es jedoch momentan noch nicht.
Sicherlich: für ein Land mit einem Bruttosozialprodukt wie unserer standen die anfänglich gebotenen 1 Mio. Euro nicht gut zu Gesicht. Nur ist mir nicht klar, wie das Geld an die Stelle kommt, wo es benötigt wird. Es macht wohl kaum Sinn, den Betrag nach Jakarta zu überweisen, darbt das Land schon jetzt (außer Java selbstredend) am rigiden Zentralismus. Sumatra und Sri Lanka besitzt unverhältnismäßig viel Militär, während die Bevölkerung bettelarm ist. Deshalb darf bezweifelt werden, ob die gut gemeinten Hilfmittel sinnvoll eingesetzt werden. Oder sollte die Katastrophe schaffen, was in den letzten Jahrzehnten nicht gelang? Eine Bindung der Hilfe auf staatlicher Ebene an Bedingungen wäre angebracht.

Einen weiteren Nachgeschmack hat die Hilfe: Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß die Gelder nicht so großzügig geflossen wären, wenn in Phuket nicht auch “Westler” ertrunken wären. Wie groß das Interesse ist, kann man ja am Echo in der Blogosphäre nachvollziehen. Schön, daß sich auch die Leute mit auseinandersetzen, die Asien, Südasien und Südostasien genauso wenig auseinander halten können wie Pazifik und Indischer Ozean (das zieht sich bis in die Printmedien).

Dazu vergleiche man die Blogeinträge zur Dafur-Krise. Am death count kanns kaum liegen, da kann Dafur locker mithalten. Parallel dazu dieser ecklige, voyeuristische Betroffenheitsjournalismus. Wieviel Kinder und Familienmitglieder muß man verloren haben, um in den langsam der Übersättigung zuneigenden Medien überhaupt noch gefeatured zu werden?

One Response to 'Mehr Geld für mehr Leid'

  1. Tee(r)Federn-Heini Says:

    Heute in der taz: Helfen ist geil und Wenn Egoisten spenden.


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