Der Anti-Bush

Jetzt ist es dann bald soweit: John Kerry wird zum Kandidaten der Demokratischen Partei der USA ernannt werden, und damit einhergehend auch zum Anti-Bush. Zwar ist er bekanntlicherweise kein Kriegsgegner, und auch zum “War on Terrorism” hat er bisher die Diskussion nicht gerade um neue Aspekte bereichert.

Warum beschäftigt man sich so leidenschaftlich außerhalb der USA mit diesem Wahlkampf? Nun, der Glaube an einen Erlöser, der alles wieder gut macht, scheint mehr denn je verbreitet. Ein frisches Zahnpastalächeln im Weißen (!) Haus mag im verwunschenen alten Reich der Fehen, Knilche und Gespenster voriger Jahrhunderte (aka Old Europe) neue Hoffnungen wecken. Doch werden sich die Politikinhalte der USA durch einen Stilwechsel an der Spitze kaum ändern.

Warum dürfen eigentlich wir nicht auch mitwählen, den Weltpräsidenten? Ist es, weil hier das difizile und über Jahrhunderte gewachsene System des Wahlbetrugs nicht verstanden wird? Das kann es kaum sein, feiert doch auch hier die Balkanisierung der Politik täglich immer wieder eine fröhliche Premiere. Zumindest den Übersee-Departements sollten die Amerikaner, gemäß der Frontier – Ideologie, Wahlrecht geben: ob Afghanistan oder Irak, Polen oder Japan, sie hätten sich texanische Wahlautomaten auf neustem technologieschen Stand verdient. Die Stimmen müßten ja nicht gleich 1:1 gewertet werden. Eine texanische Stimme entspräche, nur mal als Beispiel, 5 von königlichen Verwaltern der amerikanischen Erdölvorräte im Wüstensand. Denkbar wäre auch ein Modell, das die Anzahl der im Irak eingebrachten Soldaten als Stimmen verrechnet (Kollateralschaden zählen doppelt, freundliches Feuer dreifach, und zu unrecht gehaltene Kriegsgefangene in nahen Kuba werden als kleines Sorry wie ein Latino-Neighborhood im Süden der USA gewichtet).

Leider bleibt alles nur Spekulation, die gute und gerechte Open Source USA gibt es halt leider nicht. Lediglich ein Vasallenreich (Hannoversche Ausgründung) vor den Toren Europas scheint ein ausgeklügeltes und zugleich prunkvolles Abhängigkeitsgeflecht aufgebaut zu haben.

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