“Moon Child” (2002) Film

Wer es durch Battle Royale II schafft, hat einiges an Leidensfähigkeit bewiesen. Nur mit Abstumpfung oder stoischer Gleichmut kann man diesem Phänomen begegnen.
Insofern ist auch Moon Child keine echte Herausforderung.

Man stelle sich folgendes Szenario vor: Zwei bekannte Stars der japanischen Sängergarde möchten sich zeitgemäß inszenieren und drehen sich dazu einen Film. Modern, schnell und dramatisch soll er wohl sein. Nun ist es so, daß die aktuelle Herrenmode Japans sehr feminine Züge trägt, um es mal vorsichtig auszudrücken. So ensteht ein erster Schock: Duran Duran sind wiederauferstanden.
Knapp, aber nur knapp daneben geraden; es sind Hyde und Gackt – ob das jetzt die Neu-New Romantics sind oder einfach nur Abbild des momentanen Teenager – Geschmackes, laß ich mal offen. Wobei: Gackt erinnert ja hin- und wieder an Davids Bowies beste Tage (sieht man mal von den blauen Kontaktlinsen ab).

Dabei fängt der Film vielversprechend an: Heftige Ballerszenen in einem Tokyo der Zukunft, schneller videoklippesker Schnitt und die neusten FX aus dem Rechner lassen auf einen wohl sinnfreien, aber amüsanten Spaß hoffen. Bis zu dem Zeitpunkt, als die beiden Schönen auf ihren ebenbürdigen Kollegen Wang Leehom treffen. Ab da gehts spürbar minütlich bergab. Bis man dann endlich erlöst wird, hat man noch Bruderzwist, Liebe, Krebs, Todesurteil, die Schwierigkeit der Japanisch-Chinesischen Beziehungen, die Last der Unsterblichkeit und andere hochphilosophische Fragen zu meistern.

Nicht nur die Haare der 3 Hauptmimen, auch der ganze Film wurde mit zuviel Wasserstoffperoxyd behandelt – hat Gackt doch das Drehbuch co-geschrieben.

Ganz anderer Meinung über den Film ist man da aufJ-Fan: “This is such a cool movie, I want to watch it again right now.

Auch der Turbodackel versteht die Filmkunst nicht.

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